Bewegungsgesetze im Alltag
«Die Lernenden können den Begriff «Kraft» erklären und die drei Newton’schen Gesetze bei alltäglichen Phänomenen anwenden.» Dies ist eines von drei Lernzielen (fachliche Kompetenz), das im Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität (Bern, 13. Juni 2025) für den Fachbereich Gesundheit formuliert ist. Präzisiert wird diese Bildungsabsicht im kantonalen Lehrplan für die Berufsmaturität: «Berechnungen mit den Formeln aus der Formelsammlung. Einfache Berechnungen mit den Grössen Geschwindigkeit und Beschleunigung anhand der linearen und beschleunigten Bewegung. Einfache Berechnungen mit den Grössen Masse, Kraft und Gewichtskraft. Die drei Newtongesetze.» Gemäss dieser obrigkeitlichen Vorgabe müssen angehende Pflegefachleute die drei Gesetze, die Isaak Newton am Anfang seines epochalen Werkes «Philosophiae Naturalis Principia Mathematica» für die Himmelsmechanik formuliert hat und die Jahrzehnte später von Leonhard Euler am Beispiel des starren Körpers in die heute gebräuchliche Form transformiert worden sind, auf irdisch-alltägliche Probleme anwenden. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Phänomene aus dem Alltag einer Pflegefachfrau dafür in Frage kämen. Ausser dem Wurf einer Beruhigungsspritze aus sicherer Distanz auf den Hintern eines rabiaten Patienten ist mir nicht viel Gescheites eingefallen. Meine liebe Frau, ausgebildete Krankenschwester, kann ich leider nicht fragen, sonst hängt der Haussegen schief. Schwester Ursula findet Physik sowas von daneben, dass sie heilfroh ist, wenigstens von diesem Fach verschont gewesen zu sein.